High G oder Low G?

Es gibt immer wieder Diskussionen ob man Ukulele nun mit hoher (high) oder tiefer (low) g-Saite spielt. Hierzu ein paar Erläuterungen.

Grundsätzlich werden beide Stimmungen auf der Ukulele benutzt, je nach dem, was man spielen möchte und wie man möchte, dass die Ukulele klingt. Beide Stimmungen haben ihre spezifischen Vorteile und Einsatzmöglichkeiten. Es ist also keine Frage von richtig oder falsch, sondern was man möchte. Jake Shimabokuro spielt ausschließlich mit hoher G-Saite, IZ spielt auf der Aufnahme von „Somewhere over the rainbow“ mit tiefer G-Saite – beides klingt auch „hawaiianisch“ und eindeutig nach Ukulele.


Die hohe G-Saite

Akkorde

Die hohe G-Saite erzeugt, dadurch, dass die Akkordtöne nah bei einander liegen, einen sehr kompakten und hohen Sound.

Ukulele wird gerne in Kombination mit Gitarre gespielt und übernimmt dabei die hohen Akkordkläng (Voicings). Dabei ist es sinnvoll mit hoher G-Saite zu spielen, da der Sound so sehr kompakt ist und sich gut von den tieferen Klängen der Gitarre abhebt.

Picking

Durch die hohe G-Saite ist die Reihenfolge der Töne von tief nach hoch nicht mehr so regelmäßig und es lassen sich dadurch sehr interessante Effekte bei Zupfmustern u. Ä. erzeugen, ähnlich wie auf einem Banjo mit hoher Saite.

Melodie

Auch lassen sich ähmlich wie bei manchen Renaissenceintrumenten Tonleitern bzw. Melodien erzeugen, bei denen die einzelnen Melodietöne in einander klingen (Campanella).


Die tiefe G-Saite

Akkorde

Eine tiefe G-Saite erzeugt klanglich „weitere“ Akkorde, dies ist vor allem bei erweiterten Akkorden (Sept-Non-Undezim- und Tredezim-Akkorde) von Vorteil, da ansonsten vorwiegend kleine und große Sekunden entstehen, die sehr „scharf“ und dissonant klingen können. Daher benutzen viele Ukulelespieler für Jazz eine tiefe G-Saite.

Pickings

Durch die Ähnlichkeit zur Gitarrenstimmung lassen sich fast alle Pickings von der Gitarre auf die Ukulele übertragen. Durch die eine Quarte tiefere G-Saite hat man bei Zupfmustern eine deutliche Erweiterung nach unten hin.

Melodie

Die melodische Range (Tonraum) erweitert sich um eine Quarte nach unten.

 

Zu diesem Thema gibt es eine sehr gute Erläuterung von Ukulele-Mike:

http://allthingsukulele.com/2013/10/15/low-g-high-g-the-discussion-goes-on/ 

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